RP Dienstag 7. Oktober 2003 ‑ Nr. 232

Staus auf der A 3

Sattelzug mit giftiger Säure stürzte um

ERKRATH (ez). Kilometer lange Staus bildeten sich gestern Morgen nach einem Unfall auf der A3 im Autobahnkreuz Hilden. Ein Gefahrguttransporter war gegen 12 Uhr vor einer Baustelle in Fahrtrichtung Köln ins Schleudern geraten und mit der Zugmaschine nach rechts von der Fahrbahn gerutscht. Der Auflieger schlug um und blockierte den rechten und den mittleren Fahrstreifen.

Die 27‑jährige Lastwagenfahrerin aus Goch konnte sich selbst aus dem Führerhaus befreien. Sie erlitt einen Schock und Prellungen. Die Fahrerin erklärte gegenüber der Polizei, sie habe vor einem Stau normal gebremst, als plötzlich die Hinterachse des Aufliegers blockiert habe. Der Sattelzug hatte 22 Tonnen Maleinsäuredimetylester geladen. Die leicht giftige Flüssigkeit trat allerdings nicht aus, obwohl der Transportbehälter des Aufliegers beschädigt war. Die Autobahn war zunächst in Fahrtrichtung Köln voll gesperrt, konnte später einspurig passiert werden. Die Werksfeuerwehren der Firmen Henkel und Bayer unterstützten die Bergungsarbeiten der Feuerwehr Mettmann. Zunächst musste ein Teil der Ladung umgepumpt werden, dann stellte ein Kran den beschädigten Lastwagen auf die Räder. Die Bergungsarbeiten dauerten bis in die Abendstunden.

Was ist Maleinsäuredimethylester ?
Wozu wird diese Verbindung benötigt ?
Wie giftig ist diese Verbindung ?

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Maleinsäuredimethylester [624-48-6]
C6H8O4. Farblose Flüssigkeit.


Gefahren für Mensch und Umwelt
Gesundheitsschädlich bei Berührung mit der Haut und beim Verschlucken.
Reizt die Augen.

Schutzmaßnahmen und Verhaltensregeln
Geeignete Schutzhandschuhe als kurzzeitiger Spritzschutz.


Verhalten im Gefahrfall (Unfalltelefon: 112)
Mit flüssigkeitsbindendem Material, z.B. Rench Rapid aufnehmen. Der Entsorgung zuführen. Nachreinigen.
Kohlendioxid, Pulver.
Brennbar.


Erste Hilfe
Nach Hautkontakt: Mit reichlich Wasser abwaschen.
Nach Augenkontakt: Mit reichlich Wasser bei geöffnetem Lidspalt mindestens 10 Minuten ausspülen. Sofort Augenarzt hinzuziehen.
Nach Einatmen: Frischluft.
Nach Verschlucken: Reichlich Wasser trinken lassen. Sofort Arzt hinzuziehen.
Nach Kleidungskontakt: Kontaminierte Kleidung sofort entfernen.
Ersthelfer: siehe gesonderten Anschlag

Sachgerechte Entsorgung
Als halogenfreie, organische Lösemittelabfälle..

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