Fachschaft Chemie - online Übungen
Aufstellen von Reaktionsgleichungen II

Übung 2

4.  Aufstellen von Reaktionsgleichungen in vier  Schritten 

 
Merke:
7 Elemente kommen in elementarer Form, d.h., wenn sie nicht mit einem anderen Atom verbunden sind,
immer nur als zweiatomige Moleküle vor. Diese Elemente sind:

Wasserstoff, Stickstoff, Sauerstoff und die Halogene( 7.Gruppe) Fluor, Chlor, Brom und Jod.

Man schreibt als Molekülformel also: H2, N2, O2, F2 ,Cl2 ,Br2 und J2
 
(siehe auch unten Abschnitt 5:"Halogene")

Während einer chemischen Reaktion werden dann die Bindungen zwischen den Atomen in diesen Molekülen getrennt. Danach verbinden sich dann die einzelnen Atome mit den Atomen des neuen Reaktionspartners.

Beispiel 1  Die Reaktion von Wasserstoff mit Sauerstoff zu Wasser („Knallgasreaktion“)  

Schritt 1     Wasserstoff              +          Sauerstoff       à                    Wasser  

Schritt 2            H2                       +          O2                   à                                                               

Schritt 3           
H2                       +          O2                   à                    H2O  

Schritt 4      2     H2                      +          O2                   à               2   H2O  

  Man sieht, nach dem Ausgleichen der Reaktionsgleichung stehen auf beiden Seiten des Reaktionspfeils die gleiche Anzahl von Atomen. Dies muss so sein, da bei chemischen Reaktionen keine Atome vernichtet oder neu erschaffen werden können. Bei chemischen Reaktionen erfolgt immer nur eine Umverteilung der Atome. Alte Bindungen werden gebrochen, neue Bindungen entstehen.( Gesetz von der Erhaltung der Masse)                               

Beispiel 2:   Die Reaktion von  Magnesium mit Sauerstoff zu Magnesiumoxid  

Schritt 1         Magnesium            +          Sauerstoff       à                    Magnesiumoxid  

Schritt 2             Mg                      +          O2                               à  

Schritt 3             Mg                      +          O2                               à                       MgO  

Schritt 4         2  Mg                      +          O2                               à                    2  MgO

Bedeutung dieser Reaktionsgleichung:

2 Magnesiumatome + 1 Sauerstoffmolekül reagieren zu 2 Magnesiumoxid-"Molekülen" *

Beispiel 3:  Reaktion von Aluminium mit Sauerstoff zu Aluminiumoxid  

Schritt 1:    Aluminium                  +          Sauerstoff                   à         Aluminiumoxid  

Schritt 2:        Al                            +                     O2                   à                   

Schritt 3:        Al                            +                     O2                   à           Al2O3        

Schritt 4:    4   Al                          +              3      O2                   à        2  Al2O3  

Systematisches Vorgehen bei Beispiel 3:  

 “Gleichung” 3 „stimmt nicht“, die Anzahl der O–Atome (im Al2O3) rechts beträgt 3, links ( im O2 –Molekül ) nur 2. Die Verhältnisformeln O2 für Sauerstoff und Al2O3 dürfen aber nicht verändert werden, sie stehen fest. Man muss also „erweitern“, dies gelingt, indem man die Anzahl der Sauerstoffatome auf beiden Seiten auf 6 bringt. Man „multipliziert“  O2 mit drei und  Al2O3  mit 2 und erhält so  auf der linken und der rechten Seite der Gleichung jeweils 6 Sauerstoffatome. Jetzt muss noch die Anzahl der Al-Atome auf beiden Seiten der Gleichung gleich sein, das gelingt, indem  auf der linken Seite Al mit 4 „multipliziert“.  

Die Anzahl der Atome auf beiden Seiten der Reaktionsgleichung ist jetzt gleich.  

Gelesen bedeutet jetzt diese Reaktionsgleichung  

4 Aluminiumatome reagieren mit 3 Sauerstoffmolekülen zu 2 „Aluminiumoxidmolekülen“.*    

* der Begriff „Molekül“ für die kleinsten Teilchen des Magnesiumoxids oder des Aluminiumoxids ist nicht korrekt, vereinfacht aber hier die Begrifflichkeit. Wir werden dies später  korrigieren.  

Bearbeitung: jens vogel smg 2004

jens@vogel-mg.de


Übung 3: Halogene und Halogenide