Westdeutsche Zeitung vom 28.8.07
Tipps von einer holländischen Springmaus
Meerbusch-Gymnasium: Das Improvisationstheater des SMG begeistert die Besucher.
Strümp. Wenn Rudi Carell in Honululu mit zwei Sambatänzerinnen im Hotelzimmer verschwindet, kann das eigentlich nur großes Theater sein. Genau das war es: Rene Broeder, ein ehemaliges Mitglied des Springmaus-Ensembles, stellte mit den Oberstufenschülern des Städtischen Meerbusch-Gymnasiums in Strümp am Wochenende ein lustiges Improvisationsstück auf die Beine.
Seit einigen Jahren schon kommt der Holländer jeweils für zwei Tage an den Niederrhein und bietet Schülern des Literaturkurses einen Workshop an. Dessen Ergebnisse werden am Abend des zweiten Tages präsentiert.
Um 20 Uhr beginnt am Freitag das Showfinale. Broeder trabt unter großem Gejohle und Applaus des Publikums auf die Bühne. Er ist ein gern gesehener Gast bei den Strümper Oberstufenschülern. Nacheinander ruft Broeder die vier Jungen und sechs Mädchen auf die Bühne, dann geht es schon los: "Wohin fahren Sie gern in Urlaub? Was ist Ihre Lieblingsfarbe? Wer ist Ihr Lieblingspromi?", fragen die Darsteller das Publikum. Aus den Antworten stricken sie eine lustige und frei improvisierte Geschichte. Erst die Antworten dann die Fragen? Ist das nicht eigentlich umgekehrt? Mit der Verabschiedung geht ein anderer Sketch los. Das Publikum hat einiges zu knobeln, denn das Gespräch läuft rückwärts. Und lernen soll es auch noch. Zum Beispiel, dass die Wolkendichte eine ganz entscheidende Rolle beim Aussehen eines Luftschlosses spielt.
Foto Marc Ingel
Die Mitglieder des Kabarett-Workshops machten aus Zurufen des Publikums eine Geschichte
Nicht nur hoch kompliziert, sondern auch zum Schreien komisch gerät dieses Vorstellungsgespräch eines "Architekten für Luftschlösser"
Auch wichtigen Fragen geht das Ensemble auf den Grund. "Warum können Holländer so schlecht Autofahren?" Gelassen verfolgt der Niederländer Broeder diese Diskussion der fiktiven Talkshow. Beim eigens für ihn komponierten Autofahrlied kann er sich ein Lächeln nicht verkneifen.
Auch lokalen Themen wie die Beschädigung der Meerbuschet Playmobilpolizisten vor den Grundschulen greifen die Schauspieler auf. Verdächtigt werden Alexander Mölders und Julia Koenigs. "Ich mach' jetzt gar nix mehr," reagiert Alexander Mölders auf die Frage nach seinem Personalausweis ganz störrisch. Zum Glück bestätigt das Publikum seine Unschuld und der Sketch nimmt wie der Abend ein gutes Ende.

