Gutes aus der Lernwerkstatt RP vom 6.12.06

Das Städtische Meerbusch-Gymnasium bietet zukünftig ein Unterrichtsprogramm am Nachmittag für Schüler der Klassen fünf und sechs an. Die Ausbildung nach individuellen Fähigkeiten soll gefördert werden.

VON SEBASTIAN KEILHOLZ

Bauen eines elektronischen Würfels, Erarbeitung eines Fitness­Plans, Astronomie oder Bodypercussion - das Städtische Meerbusch-Gymnasium (SMG) geht ab dem kommenden Schuljahr in der Ausbildung seiner Schülerschaft neue Wege. Werkstattverfahren heißt das neue Unterrichts- und Förderangebot, das den normalen Lehrplan ergänzen und den Kindern nach ihren Begabungen eine möglichst individuelle Ausbildung ermöglichen soll.

Zusatzunterricht am Nachmittag

Dabei richtet sich das von Lehrern der Strümper Schule entwickelte Werkstattangebot ausschließlich an die Schüler der Klassen fünf und sechs. Zusätzlich zu den etwa 30 Wochenstunden Fachunterricht bietet das SMG zwei Stunden Werkstattunterricht am Nachmittag an. "Wir möchten am Anfang der Schullautbahn mehr Zeit investieren, um die Basis der Ausbildung zu verbreitern", erklärt Erika Weber. Die Koordinatorin der Erprobungsstufe ist sich sicher, dass das zusätzliche Lernen alles das ergänzt, was sonst nicht vermittelt werden kann und dass die erlangten Kenntnisse mit in den allgemeinen Unterricht einfließen. "Schließlich wird die Schulzeit von 13 auf zwölf Jahre verkiirzt, aber das Wissen der Schüler soll ja nicht weniger werden", so Weber. Wer aber glaubt, dass die vom Klassenverband losgelöste Werkstatt von den Schülern nach Lust und Laune besucht werden kann, liegt falsch. "Die Wahl einer Werkstatt ist verbindlich und es gibt zudem eine Bewertung auf dem Zeugnis", betont Schulleiter Ulrich Keusen.

Das Angebot ist durchaus beachtlich, denn die Schüler können aus sieben Alternativen wählen. Mög lich wird dies auch durch die gute Ausstattung der Schule: In der Fitnesswerkstatt geht es um Ernährung und Bewegung. Da trifft es sich gut, dass eine Lehrküche vorhanden ist. Musizieren im Ensemble soll nicht nur Musikalität fördern, sondern auch soziale Kompetenz. In der Theaterwerkstatt wird schon frühzeitig der Nachwuchs an die Aufführung des Literaturkurses in der Oberstufe herangeführt. Körperwahrnehmung, Entwickeln von Spielideen und Interpretation von Texten lauten hier die Stichworte.

 

Fächerübergreifendes Lernen

Naturwissenschaften sind das Thema in der Forscherwerkstatt, während die Schüler in der freien Lernwerkstatt die Inhalte ihren Neigungen entsprechend selbst auswählen können. Fächerübergreifend wird in der Elektronikwerkstatt gearbeitet. Hier gilt es unter anderem das Funktionieren der Rheinturmuhr zu erforschen

Förderung der Künste
(keil) Kunst darf im Werkstattangebot nicht fehlen. Hier werden nicht nur malerische Fähigkeiten vermittelt, sondern auch der Umgang mit Hammer und Meißel. So steht die Herstellung von Drahtplastiken oder Specksteinskulpturen auf dem Programm. Auch der Besuch eines Museums ist ein Thema in der Kunstwerkstatt.

Schuldirektor Ulrich Keusen und Pädagogin Erika Weber probierten im Städtischen Meerbusch-Gymnasium in Strümp das "Musizieren im Ensemble" ( RP Foto Dackweiler)

Das Meerbusch-Gymnasium im Spiegel der Presse