Gertrud Scheu
Liebe Freunde vom Meerbusch Gymnasium,
Endlich, werdet Ihr denken, wenn ich mich einmal persönlich melde. Ich hoffe, dass Ihr mir verzeiht, aber wir hatten eine so liebe Vermittlerin in Frau Drücke.
Wir sind ja so dankbar für die großzügigen Gaben. Ohne sie wäre es schwierig, für unsere 60 Kinder zu sorgen. Also herzlichen Dank an Lehrer und Schüler.
Ich gehe nächste Woche nach Botswana zum Einkaufen, da unsere Läden jetzt schon seit vielen Monaten leer sind. Zum Glück sind wir Selbstversorger für Mais und Gemüse und können in Botswana einkaufen.
Eines unserer Mädchen wurde von einem Klassenkameraden ausgelacht, dass sie keine Mutter habe. Ganz energisch hat sie geantwortet, sie haben auch Hausmütter und IMMER GENUG ZU ESSEN, NICHT WIE DU.
In einer weiteren Mail schrieb Frau Scheu:
Wir hatten große Freude am Treffen der Ehemaligen. Trotz der schwierigen wirtschaftlichen Lage haben alle, mit einer Ausnahme Arbeit gefunden. Einer ist Computer Techniker, einem konnten wir zu einem Computer verhelfen und jetzt tippt er Dissertationen für die Studenten der Gweru Uni und kann für sich und seinen jüngeren Bruder sorgen. Kudzai ist eine tüchtige Sekretärin und so weiter. Belinda, die Ihr unterstützt, ist jetzt im 3. Gymnasium an einer Missionsschule. Da sie in der Primarschule sehr begabt war und dann Ihre Lehrer in der Sekundarschule ständig streikten, wollten wir ihr eine Chance an einer guten Schule geben. Die älteste unter den Mädchen ist schon das zweite Jahr an der Universität. Wir hoffen, dass die Kinder mit einer guten Ausbildung ihren Weg im Leben finden, in einem Leben, das sehr traurig angefangen hat als ihr Eltern sie aussetzten. Dank Eurer Hilfe haben sie aber jetzt wieder eine Familie gefunden.
Speziell vorstellen möchte ich die kleine Rumbidzai. Sie wurde mit ca 2-3 Jahren zu uns gebracht. Sie konnte nicht stehen, nicht sprechen, war schwer unterernährt und ist HIV positiv. Wir haben ihr vorerst keine Chance gegeben. Jetzt hat sie sich aber ganz gut entwickelt, seitdem sie die HIV Medizin bekommt.
Dass es im Land selber schlimm zugeht, wisst Ihr wohl aus den Nachrichten. Wir hoffen so sehr, dass es schlussendlich doch eine Änderung gibt, aber Mugabe und seine Schergen versuchen mit allen Mitteln das Volk zu irritieren. Dabei ist die Wirtschaft am Boden und ein grosser Teil der Bevölkerung hungert.
Ich habe noch eine Anfrage: Könnt Ihr Eure Webseite etwas ändern? Das Heim heißt Rosedal und das Durchgangsheim Pamusha, beides ist in Gweru und ich bin keine Schwester. Wir bereiten eine Webseite vor und werden das Meerbusch Gymnasium darin erwähnen. Es sollte wenn möglich kein Durcheinander geben.
Herzliche Grüsse, auch im Namen der Kinder
Gertrud Scheu